Zahlen, Daten und Fakten
Studie: Alkohol ist schädlicher als Cannabis

Alkohol ist schädlich für unseren Körper und eigentlich ein starkes Gift. Die Auswirkungen von dauerhaftem Alkoholkonsum sind bekannt: starke Abhängigkeit, körperlicher Verfall, psychische Störungen und verheerende Auswirkungen vor allem auf Gehirn und Leber. Von den sozialen Risiken ganz zu schweigen.
Alkohol oder Cannabis?
Im Gegensatz zum Alkohol gibt es für Cannabis keine wirklich flächendeckenden Langzeitstudien, denn der Erwerb, Besitz und Konsum sind in den meisten europäischen Ländern streng verboten. Deshalb können auch keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt werden, oder die Probanden bzw. Testgruppen sind nur sehr klein und daher statistisch wenig relevant. Cannabis ist gar nicht das Teufelszeug für das es jahrzehntelang von Menschen und vor allem von der Politik gehalten wurde, denn nach der offiziellen Legalisierung in einigen US-Bundesstaaten laufen nun immer mehr statistisch verwertbare Daten auf: in den USA werden in den Bundesstaaten, in denen Cannabis legal ist, überraschende Zahlen ersichtlich. Die Anzahl der Gewaltdelikte ging erheblich zurück, es gibt weniger Mordfälle und vor allem im Straßenverkehr ist die Zahl der Toten zurück gegangen. Gut, man kann dies auch unter anderem auf moderne Sicherheitstechnologie zurück führen, allerdings sind die Daten so granular, dass es sich bei den Werten um Verkehrstote durch Alkoholeinfluss handelt. Und die Zahlen sind beeindruckend: Forscher der Columbia University haben heraus gefunden, dass die Werte
um satte 26% gesunken sind
, seit Cannabis legal ist. Details dazu gibt es hier:
https://ajph.aphapublications.org/doi/abs/10.2105/AJPH.2016.303577
Ist Alkohol wirklich gefährlicher als Cannabis?
Bisherige Studien hatten laut Co-Autor Kent Hutchison alle ein gemeinsames Problem:
Der Punkt ist, dass es in all diesen Studien kein übereinstimmendes Vorgehen hinsichtlich der tatsächlichen Gehirnstrukturen gibt
Bei den Tests wurden vor allem die Auswirkungen auf die graue und weiße Hirnsubstanz getestet. Sowohl von Alkohol als auch von Cannabis. Die Wissenschaftler der Universität von Colorado Boulder kommen in der aktuellsten Studie nun aber zu dem Schluss: Alkohol hat gravierende Auswirkungen auf die beiden Hirnsubstanzen und verringert diese kontinuierlich, Cannabis hingegen gar nicht.
Die möglicherweise vorhandenen negativen Folgen von Cannabis sind definitiv nicht einmal annähernd so ausgeprägt wie die negativen Konsequenzen von Alkohol.
Studienleiter Hutchinson sagt weiter: Jetzt müssen wir noch die positiven Seiten des Cannabiskonsums besser erforschen. So könne Cannabis möglicherweise (trotz der Heißhungerattacken) sogar beim Abnehmen helfen. Forscher der University of Miami hatten bereits 2016 in einer Feldstudie mit über 13.000 Frauen herausgefunden, dass der BMI von Cannabiskonsumentinnen signifikant unter dem Durchschnitt liegt:
http://www.icmpe.org/test1/journal/issues/v19i3/v19i3abs02.html
Weitere Quellen dazu:
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