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Die Bundesrepublik und ihre Verbindung zum Cannabis: Snoop Dogg und offizieller Auftrag

Es geht um 10,4 Tonnen Cannabis, um Blüten, die Schmerzen, Krämpfe oder Übelkeit lindern, und um die Frage, wie der Stoff vom Anbau in die Apotheken kommt.
Cannabis-Großhändler im Auftrag der Bundesrepublik
Ärzte in Deutschland dürfen seit 2017 medizinisches Cannabis verschreiben. Der Staat hat die Aufgabe, sich um den Vertrieb und Handel einheimischer Pflanzen zu kümmern. Diese Aufgaben wurden an das Startup Cansativa vergeben, das als Cannabis-Großhändler im Auftrag der Bundesrepublik agiert. Cansativa ist eine GmbH mit zum Teil undurchsichtigen Offshore-Strukturen.
Unübersichtliche Gemengelage des Cannabismarktes
Der öffentliche Auftrag an Cansativa gibt Einblick in die unübersichtliche Gemengelage des Cannabismarktes. Es ist unklar, ob die Behörden wissen, wer sich hinter den Offshore-Firmen verbirgt oder wie gründlich die Firmenstruktur des staatlichen Dienstleisters durchleuchtet wurde.
Snoop Doggs Firma als Geschäftspartner der Bundesregierung
Ein prominenter Investor im Netzwerk von Cansativa ist Snoop Dogg. Seine Kapitalgesellschaft Casa Verde hat einen Millionenbetrag in das hessische Startup investiert und hält insgesamt knapp 20 Prozent von Cansativa. Damit ist Snoop Doggs Firma mittelbar Geschäftspartner der Bundesrepublik Deutschland.
Doppelrolle von Cansativa sorgt für Skepsis
Die Doppelrolle von Cansativa als Vertragspartner der Bundesregierung und gleichzeitig als Importeur von medizinischem Cannabis sorgt in der Branche für Skepsis und wird als Wettbewerbsverzerrung betrachtet. Die Importe von medizinischem Cannabis sind deutlich größer als der einheimische Markt. Cansativa hat nach eigenen Angaben seit 2020 fünf Tonnen Importware abgesetzt.
Kritik an fehlendem Bewusstsein der Behörden
Kritiker bemängeln, dass die zuständigen Behörden in Deutschland wenig Wissen und Engagement in Bezug auf den Cannabismarkt zeigen. Anders als in den Niederlanden oder Kanada tritt der Staat selbst als Akteur auf dem Markt auf und stellt offizielle Informationen zu medizinischem Cannabis bereit. In Deutschland überlässt der Staat einem privaten Großhändler das Feld.
Risiken von Offshore-Strukturen
Die Offshore-Strukturen von Cansativa sind nicht rechtswidrig, aber Finanz- und Steuerexperten weisen auf die Risiken hin, insbesondere wenn eine Firma mit Verbindungen in Steueroasen Aufträge vom Staat erhält. Die Transparenz der Eigentümerstruktur von Auftragnehmern sollte gewährleistet sein.
Intransparenz bei Gebühren und Einkünften
Die Höhe der Gebühren, die Cansativa als Cannabis-Dienstleister des Staates erhält, bleibt unklar. Die Firma und das BfArM verweisen aufeinander und geben keine Auskunft. Die Einkünfte aus dem öffentlichen Auftrag machen derzeit nur einen kleinen Teil des Umsatzes von Cansativa aus.
Zukunft des Cannabis-Marktes
Der Markt für medizinisches Cannabis boomt und wird voraussichtlich weiter wachsen. Die geplante Legalisierung von Genuss-Cannabis könnte Cansativa weitere Möglichkeiten eröffnen, sich als Partner des Staates zu engagieren. Die Firma sieht sich als Vorreiter bei der Demokratisierung des Cannabismarktes.
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